Tai Chi Chuan
Chen Stil Tai Chi
Das Tai Chi der Familie Chen wurde im 17. Jahrhundert von Chen Wangting entwickelt und wird seitdem
ununterbrochen in der 20. Familiengeneration in Chenjiagou (Henan, China) als vollständiges und ausgearbeitetes
Trainings- und Übungssystem unterrichtet. Das Chen Stil System besteht dabei aus eigenständigen Bereichen, die
sich im Grundkurs an der Tai Chi Schule Wiesbaden erlernen und üben lassen.
Michael Brantl leitet den Kurs. Immer Montags von 17.00 - 18.30 Uhr.
Die stehende Säule
Die stehende Säule (chin. Zhanzhuang) hat einen stark meditativen Charakter und führt uns zu Körperbewusstsein,
innerer und äußerer Ruhe, korrekter Ausrichtung des Körpers, Stärkung der skelettnahen Muskulatur, Entwicklung
eines kompakten Körpers sowie der Wahrnehmung des Körperschwerpunkts (chin. Dantian). Dies wiederum führt zu
Zentriertheit, Sammlung der Körperenergie sowie deren Verschmelzung zu einer kompakten Einheit.
Die Seidenübungen
Die Seidenübungen (chin. Cansigong) stellen eine Fortsetzung der in der stehenden Säule erlernten Prinzipien dar.
Sie ermöglichen einen direkten Zugang zu den Tai Chi-Bewegungen und Prinzipien des anschließenden
Formentrainings. Das Chen Stil System kennt dabei 19 verschiedene Seidenübungen, welche dem Einsteiger den
Einstieg und dem Fortgeschrittenen die weitere Vertiefung ermöglichen. Die Seidenübungen sind zweifelsohne die
Essenz im Chen Stil Tai Chi, indem sie die äußeren Bewegungen schulen und das Verständnis für die inneren
Energieverläufe entwickeln.
Das Formentraining
Das Formentraining stellt einen festgelegten Ablauf verschiedener Bewegungsfiguren mit fließenden Übergängen
dar. Dabei befolgt jede einzelne Figur die Prinzipien und Lernziele der stehenden Säule und der Seidenübungen
(innere Ruhe, bewusste Energieführung, korrekte Körperhaltung). Die im Formentraining einstudierten Figuren
trainieren wiederum die Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit, Gleichgewichtssinn und Raumgefühl. Das
Chen Stil System beinhaltet verschiedene Formen mit und ohne Übungsgerät (sog. Hand- und Waffenformen).
Die Partnerübungen
In anfänglich fest vorgeschriebenen Bewegungsabläufen werden die gelernten Prinzipien in Partnerübungen
überprüft. Der eigene Bewegungsraum verbindet sich dabei mit dem Bewegungsraum des Partners und erfährt
dadurch eine Erweiterung. Die eigene Bewegung, Gleichgewicht, Körperhaltung, Struktur wie auch die innere
Energieführung wird in diesem erweiterten Rahmen kooperativ und unterstützend weiterentwickelt und geprüft.